A-Klasse West 2 - 14. Spieltag


SV Froschbachtal 3 - FC Ort 2   1:2 (0:1)


Hofmann als eiskalter Goalgetter


Im Spitzenspiel und letzten regulären Spiel vor der Winterpause empfing in der A-Klasse-West 2 die drittplatzierte SV Froschbachtal 3 den Ligafavoriten und Tabellenführer FC Ort 2. Nach einem durchschnittlichen Start, mit einigen unnötigen Punktverlusten, legten die Reserve-Frösche mit zuletzt sechs Siegen am Stück eine Traumserie hin. Der FC Ort 2 ist in dieser Saison sowieso über jeden Zweifel erhaben: Mit 34 Punkten aus zwölf Spielen besitzt man eine nahezu makellose Bilanz, die nur durch dem Unentschieden bei der FC Döbraberg ein bisschen getrübt wird. Dennoch musste Gästetrainer Almedin Sadic – der an diesem Tag auch den erkrankten Trainer der Ersten Mannschaft vertrat – seine Ansprüche vor dem Spiel herunterschrauben, denn mit Krapp, Haarich, Stark, Rene Leupoldt, Oliver Kaufmann, Sabani und Kronthaler musste er auf wichtige Kräfte verzichten. „Ich glaube heute ist das erste Mal in meiner Karriere, dass ich mich auch mit einem Punkt zufrieden geben würde“, meinte der sonst vor Selbstbewusstsein nur so strotzende Sadic vor der Partie. Der SV Froschbachtal 3 konnte aus dem Vollen schöpfen, mussten jedoch auf Einsiedel verzichten, dessen Mitwirken laut Spielleiter Michael Findeiß „in dieser Liga die halbe Miete ist“. Dennoch waren sich beide Spielleiter einig, dass man heute gewinnen sollte, wenn man den Meisterschaftskampf noch mal spannend machen will.
Für gewöhnlich stellt sich die SV Froschbachtal in den ersten 15 Minuten defensiv auf und analysiert währenddessen die Stärken und Schwächen des Gegners und übernimmt nach gut 20 Minuten die Initiative. Gemäß dieser Marschroute, überließ man auch heute den favorisierten Gästen in der Anfangsphase die Feldüberlegenheit, so dass Gästespielertrainer Sadic in den ersten 20 Minuten gleich drei gute Abschlüsse verzeichnen konnte, jedoch stand Torhüter Löhner seinen Mann und parierte die Versuche des Routiniers sicher. In der 21. Minute legte sich Sadic aus rund 20 Metern den Ball zurecht und trat zum Freistoß an – wer den Standardkünstler kennt, weiß, dass in solchen Situationen höchste Alarmstufe für das gegnerische Tor herrscht. So auch heute: Gefühlvoll schlenzte er den Ball über die Mauer, so dass Löhner nichts anderen übrig blieb, als den Ball aus den Maschen zu holen. In der Folgezeit entwickelte sich eine einseitige erste Halbzeit, bei der die Heimmannschaft aber mal gar keinen Auftrag hatte. Die Gäste hatten den strukturierteren Spielaufbau, schienen gedanklich immer einen Schritt schneller und hatten einen Spielzug, der immer funktionierte: Langer Ball aus der Defensive auf Sadic, der Stellungsfehler und Unaufmerksamkeiten seines rapide agierenden Manndeckers Bayreuther eiskalt ausnutzte und in der Regel jeden Ball fest machte, sowie intelligent verteilte. Eine gewichtige Rolle spielte dabei auch der erst vor Kurzem vom TV Oberweißenbach zu Ort gewechselte Kevin Speck, der als Sechser nahezu überall zu finden war und wichtige Zweikämpfe gegen den Froschbachtaler Spielgestalter Griesbach gewann und somit die Angriffe der Heimelf schon im Keim erstickte. Trotz einigen guten Chancen, die meist leichtfertig vertändelt oder von Torhüter Löhner pariert wurden, ging es mit einer 1:0-Führung für den FC Ort in die Halbzeit. Zu diesem Zeitpunkt sicherlich ein schmeichelndes Ergebnis für die Heimelf, wobei sich Frösche-Spielleiter Findeiß bei der Halbzeitansprache sicher war, dass die Akteure des FC Ort 2 "regelmäßiger trainieren" und daraus ihre strukturiertere Spielweise resultiert.
Die zweite Halbzeit begann mit einem Aussetzer von Arlich, der Gästestürmer Leupoldt genau in die Füße spielte, konnte sich allerdings beim aufmerksamen Löhner bedanken, der den Fehler gut antizipierte und 20 Meter vor dem Tor im Eins-gegen-Eins klärte. In der 50. Minute versuchte es Sadic mit einem direkt verwandelten Eckball, jedoch zeigte sich Löhner auf der Hut und klärte. Zwei Zeigerumdrehungen später machte Sadic wieder einen aus der Defensive in Feld geschlagenen Ball fest und legte auf Schürer, der über das halbe Feld marschierte und am Strafraum uneigennützig auf Sadic zurücklegte, der jedoch nur die Latte traf. Das sollte vorläufig die letzte nennenswerte Chance des Tabellenführers gewesen sein, denn ab sofort schoben die Routiniers des SV Froschbachtal 3 um Schneider, Reis und Griesbach weiter nach vorne und schafften es so, Druck auf die nicht immer ganz sattelfeste Gästeabwehr auszuwirken, woraus einige hochkarätige Chancen resultierten - zum Beispiel als Strobel eine Hereingabe von Fischer knapp verpasste oder als Gästetorwart Kaufmann einen Aufsetzer von Griesbach gut parierte. Angetrieben von ihren unermüdlichen Spielleitern Tischendorf und Findeiß war die Heimelf drauf und dran, den Ausgleich zu erzielen, jedoch schlugen die Gäste genau in dieser Phase eiskalt zu: In der 73. Minute spielte Schaller einen kolossalen Fehlpass auf Sadic, der auf seinen kongenialen Sturmpartner Hofmann legte, welcher frei vor Löhner eiskalt blieb und einnetzte. Obwohl die Heimelf Abseits reklamierte und dies womöglich auch stimmte, muss man dennoch die mangelnde Rückwärtsbewegung und schlechte Staffelung der Frösche-Abwehr bemängeln. Ab sofort verlief das Spiel auf Augenhöhe und ohne nennenswerte Chancen, wobei der Anschlusstreffer von Fischer, der nach einem Einwurf am schnellsten reagierte und die Vorlage von Griesbach eiskalt nutzte, circa fünf Minuten zu spät kam. Froschbachtal versuchte zwar noch mal alles, war aber im Abschluss zu fahrig und unentschlossen, so dass ein „Lucky-Punch“ ausblieb.


Die siegreiche Elf: P. Kaufmann, Wirth, Caruso, Schürer, Hofmann (1), Speck, Beck, A. Leupoldt, Wauer, Sadic (1), Heinold, Kießling, O. Kaufmann, T. Rank.

Torfolge: 21. Min. Sadic 0:1, 73. Min. Hofmann 0:2, 87. Min. Fischer 1:2.

Schiedsrichter: Hartmut Drechsel (Hof) hatte wenig Mühe

Zuschauer: 25


09.11.2015 - Mario Möschwitzer (Anpfiff )